Caol Ila | 2014 - 2025 | James Eadie

Single Malt Scotch Whisky

57,4%vol. | aged 11 years | Refill Amontillado HHD Finish #386648

un-chillfiltered

chillfiltered

natural colour

coloured

un-peated

peated

cask strength

Single Cask

Am dritten Tag des Fèis Ìle geht es zum Open Day von Caol Ila. Das ist und bleibt die größte Distillery auf der Insel mit einem gewaltigen Output von 6,8 Mio. LPA – wenn sie auf vollen Touren läuft. Aber ob sie das wirklich tut?

Ein Caol Ila von James Eadie, der in der Base irgendwie unter dem Radar läuft. Obwohl es über 300 Flaschen gibt, taucht er in keiner Sammlung auf und hat nur drei Bewertungen. Es gibt ihn auch nur in wenigen deutschen Shops – und das zu einem unattraktiven Preis von über 90 € im Frühjahr 2026. Das ist alles seltsam – aber da ich ihn aus einer James Eadie Teilung habe, kann ich mir ja selbst ein Bild von der Abfüllung machen. Denn sie hört sich nicht uninteressant an.

Der Whisky ist 11 Jahre alt und wurde 11 Monate in einem Refill Amontillado Sherry Hogshead aus europäischer Eiche gefinisht. Die Farbe ist golden und nicht zu kräftig.

Nosing

In der Nase gibt er sich zunächst etwas verschlossen. Da sind süße Fruchtnoten, mit der Zeit löst sich auch der Rauch und die Aromen werden herber mit getrockneten Feigen und Aprikosen. Vielleicht ist da auch eine Holznote, die aber nicht richtig vom Rauch zu trennen ist.

Taste

Im Mund ist der Antritt kräftig und bleibt auch mit einem Spritzer Wasser stark ohne zu alkoholisch zu wirken. Der Rauch ist deutlich aber gut verbunden mit einer Fruchtnote aus Feigenkonfitüre und Himbeeren. Dazu kommt herbe Schokolade, die das Ganze nicht zu süß wirken lässt.

Finish

Im Nachklang natürlich Rauch mit etwas Schokolade und Aspekten der Konfitüre am Gaumen. Die europäische Eiche ist eher im Gesamtbild präsent und tritt einzeln gar nicht so sehr in Erscheinung.

Conclusion

Das ist ein unaufgeregter Whisky mit einer gewissen Eleganz. Der Rauch ist gut mi den anderen Aromen verbunden, die fruchtige Komponente wird nicht zu süß und hat auch herbe Elemente. Das ist ein schöner Whisky, der auch gut zu ein paar Scones am Nachmittag auf dem Kai vor der Caol Ila Distillery passt. Ein feiner Caol Ila, allerdings ist er zu teuer.
Kilnaughton Bay, Isle of Islay | © Klaus Bölling, www.boelling.de

Caol Ila Distillery

founded: 1846 | Region: Islay
Owner: Diageo
Capacity: 6.800.000 LPA

LPA: Litres of Pure Alcohol

Quelle: Ingvar Ronde, Malt Whisky Yearbook 2026

Die größte Brennerei der Isle of Islay produziert für die Blends von Diageo die Whiskys, die Tiefe und Struktur geben. Aber auch eine eigene Range von Single Malts wird zunehmend gehypt.

Die wirklich guten und herausragenden Abfüllungen finden sich dabei wie so oft bei Diageo bei den unabhängigen Abfüllern, die auf die Färbe- und Filtertricks der Industrie verzichten, dafür aber über die guten Fässer verfügen.

Das Brennhaus wurde Anfang der 1970er Jahre neu gebaut und hat eine große Fensterfront vor den Brennblasen, durch die man über den Sound of Islay zur nahen Nachbarinsel Jura blickt.

Im August 2022 wurde die Brennerei mit einem neuen Visitor Centre als ‚The Islay Home of Johnnie Walker‘ für Besuchende neu eröffnet.

James Eadie

Der unabhängige Abfüller wurde von Rupert Patrick, einem Ur-Ur-Enkel des namensgebenden James Eadie, gegründet. Rupert Patrick war zuvor bei etlichen großen Whiskyproduzenten tätig.

James Eadie (1827-1904) war ein in Schottland geborener Bierbrauer, der seine Brauerei allerdings in Burton-upon-Trent im Herzen Englands gründete. Zur Brauerei etablierte er ein System verbundener Pubs und kreierte nebenbei auch einen Blended Whisky, der in den Pubs ausgeschenkt wurde. Auf diese familiengeschichtliche Bande bezieht sich der unabhängige Abfüller, der mit einem eigenen Blend das ursprüngliche Rezept der Familie Eadie nachempfinden will, in dem nur Whiskys verwendet werden, die auch im ursprünglichen Blend enthalten waren.