Bruichladdich | The Classic Laddie | aged 10 years
Single Malt Scotch Whisky
50,0%vol. | bottled 2025
un-chillfiltered
chillfiltered
natural colour
coloured
un-peated
peated
cask strength
Single Cask
Am zweiten Tag des Fèis Ìle geht es von der South Coast rund um Loch Indaal nach Bruichladdich. Auch der zweite Whiky meiner Fèis ÌIe Tastings ist ein klassischer Whisky – diesmal aber nicht allgemein klassisch Islay, sondern konkret Classic Laddie.
Krisenzeiten sind manchmal auch gute Zeiten für die Nerds. Die Distilleries haben wohl ihre Warehouses voll und können daher auch älteren Stoff abfüllen. Und während man uns vor noch gar nicht so langer Zeit erzählen wollte, dass das Alter völlig nebensächlich sei, gibt es nun zum Glück wieder Whiskys wie diesen. Der Classic Laddie war genau einer dieser NAS Whiskys, der in gewisser Weise den Laddie Ten ersetzte. Und nun gibt es ihn mit einem Alter von 10 Jahren. Der Classic Laddie hat mir schon gut gefallen – mit Altersangabe wird es ein Whisky, der wirklich interessant ist.
Nosing
Taste
Finish
Conclusion
Das ist tatsächlich ein Upgrade zur NAS-Version, die ich parallel zum Vergleich im Glas habe. Die Noten sind ähnlich, sind aber etwas runder, besser integriert und kräftiger, anhaltender. Das ist ein schöner 10jähriger Bruichladdich, wahrlich klassisch. Es wäre toll, wenn der in der Core Range verbleibt und die alterslose Variante ersetzt. Ich fand die alterslose Version schon sehr gut – mit Age-Statement ist das ein wirklich toller Whisky und ein echtes Statement für die Bruichladdich Distillery.
Bruichladdich Distillery
founded: 1881 | Region: Islay
Owner: Rémy Cointreau
Capacity: 2.000.000 LPA
LPA: Litres of Pure Alcohol
Quelle: Ingvar Ronde, Malt Whisky Yearbook 2026
Eine Distillery mit allen Geschichten über Glanz und Elend der Whiskyindustrie. Nach etlichen Besitzerwechseln wird die Brennerei 1995, damals im Besitz von Whyte & Mackay, geschlossen. Und es beginnt eine der großen Geschichten des Whiskys.
2000 kauft Murray McDavid, der unabhängige Abfüller mit Mark Reynier als einem der Investoren, die Distillery. Reynier wird der Mastermind, der die Distillery mit Jim McEwan and the late Duncan McGillivray zu neuem Leben und Glanz erweckt und mit Wine Cask Finishes und Fassexperimenten die Whiskyszene aufmischt.
Bruichladdich wird zu einem Kreativpool und entwickelt mit dem rauchigen Port Charlotte und dem noch rauchigeren Octomore neue Spezifikationen. Aber Reynier ist nicht allein, es sind weitere Investoren an Bord. Und die lecken Blut als Rémy Cointreau die Distillery 2012 kaufen möchte und die damals unglaubliche Summe von 58 Mio. Pfund auf den Tisch legt.
Die Distillery geht an den Konzern, die Geeks trauern, Reynier ist nur sehr bedingt einverstanden. Zwei Jahre später investiert er sein Geld in eine stillgelegte Guinness-Brauerei in Waterford und setzt fortan viele der auf Islay entwickelten Ideen in Irland um. Leider scheitert diese Distillery Ende 2024 zunächst mit einer Insolvenz, während Bruichladdich eine der angesagtesten Brennereien auf der Isle of Islay bleibt.