Leapfrog | 2011 - 2025 | Murray McDavid - Benchmark

Single Malt Scotch Whisky

54,4%vol. | aged 13 years | Bourbon Barrels | Laphroaig Distillery

un-chillfiltered

chillfiltered

natural colour

coloured

un-peated

peated

cask strength

Single Cask

Leapfrog ist auf deutsch nicht direkt ein Frosch, sondern eher Bockspringen. Aber der Name assoziert in Verbindung mit rauchigem Whisky etwas anderes: die ähnlich klingende Distillery an der Südküste von Islay. Bei Murray McDavid hat dieser Name Tradition. In den Anfangstagen des unabhängigen Abfüllers unter Mark Reynier hatte Laphroaig versucht, die Nennung der Brennerei auf einer Abfüllung zu verhindern. Murray McDavid gewann den Prozess – trotzdem erhielt die Abfüllung den Namen Leapfrog und wurde legendär. Und so ziert auch bei dieser Abfüllung das Logo nicht der übliche Westie, sondern ein Frosch. Ein 13 Jahre alter Whisky Leapfrog von Laphroaig aus Bourbon Barrels ohne Färbung und Kühlfilterung ist schon mal interessant. Da kann man auch mal hüpfen. In deutschen Shops kostet der Leapfrog Ende 2025 knapp 100 €.

Nosing

Im Nosing feuchter Rauch mit Seaweed und viel Süße von reifen, eingekochten Äpfeln und Birnen, etwas Jod und Kampfer. Alkohol ist nicht spürbar.

Taste

Im Mund braucht der Whisky eigentlich kein Wasser, er kommt mit starken Aromen von angegorenem Obsttrester an einem schwelenden, feuchten Torffeuer mit Kelp vom Spülsaum. Da ist Süße, die vom Rauch gekontert wird, etwas Kräuterzucker im Hintergrund, weißer Nougat mit Vanille mit kandierten Ananasstückchen.

Finish

Im Nachklang bleibt der Rauch, wird leicht trocken, aber nicht adstringierend, da die weißen Nougat ebenfalls am Gaumen haften.

Conclusion

Der Whisky ist recht hell, das Holz nicht überbordend, sondern gut eingebunden. Es bleibt genug Süße, die aber mit den reifen Aromen gut abgestimmt ist. Und der Rauch ist großartig, nicht zu stark aber kräftig, präsent, maritim. Aber eben mit dem Alter auch gereift. Ein wunderbarer Laphroaig. Leapfrogging ist ein Begriff aus den Wirtschaftswissenschaften, der das Auslassen (Überspringen) einzelner Entwicklungsstufen bezeichnet. Bei diesem Whisky wurde eigentlich keine Entwicklungsstufe übersprungen, er ist gut entwickelt.

Disclaimer: Das Sample wurde mir von Kirsch Import ohne weitere Verpflichtungen oder Erwartungen kostenfrei zur Verfügung gestellt, worüber ich mich sehr gefreut habe. Herzlichen Dank dafür!

Firemore Beach, Loch Ewe, North West Coast | © Klaus Bölling, www.boelling.de

Laphroaig Distillery

founded: 1815 | Region: Islay
Owner: Suntory Global Spirits
Capacity: 3.300.000 LPA

LPA: Litres of Pure Alcohol

Quelle: Ingvar Ronde, Malt Whisky Yearbook 2026

Laphroaig ist eine der klassischen Islay Distilleries. Auch wenn aktuell massig neue Brennereien auf Islay gegründet werden – Laphroaig bleibt einzigartig. Der Rauch dieser Brennerei ist krasser, hat stärkere maritime Einflüsse und eine medizinische Komponente.

Laphroaig gehört zu den wenigen Destillen, die noch einen Teil ihres Malzes, etwa 20%, selbst herstellen und mit eigenem Torf trocknen. So sieht man hier auch regelmäßig den Kiln qualmen. Das restliche Malz wird bei Simpsons auf dem Mainland mit angeliefertem Islay Peat hergestellt.

King Charles III ist einer der Fans dieser Destille, was irgendwie gut passt. Vor der Krönung war er der legitime Nachfahre der Lords of the Isles (das ist jetzt als neuer Thronfolger Prince William), die ihren Sitz auf Islay hatten. Und somit ist Laphroaig vielleicht ‚der Islay Malt‘ – auch wenn andere mehr Publicity machen.

2024 hat Laphroaig den Bauantrag für eine umfangreiche Erweiterung der Distillery gestellt.

Murray McDavid

Murray McDavid wurde 1994 von Mark Reynier, Simon Coughlin und Gordon Henry Wright gegründet, die den unabhängigen Abfüller zu einem innovativen Zentrum der Whiskywelt machten, in dem sie die Nachreifung in Weinfässern etablierten. Im Jahr 2000 übernahm Murray McDavid mit weiteren Investoren die stillgelegte Bruichladdich Distillery auf Islay von White & Mackay.

2012 wurde Bruichladdich zusammen mit Murray McDavid  an Remy Cointreau verkauft, 2013 wechselte Murry McDavid dannzu Aceo Ltd., die zuvor vor allem als Zulieferer für die Whiskyindustrie bekannt waren.

Heute versucht sich der unabhängige Abfüller wieder am Markt zu etablieren. Die Fässer lagern in den Warehouses der ehemaligen Coleburn Distillery in der Speyside. Die Farbe Türkis hat man aus den interessanten Zeiten am Loch Indaal beibehalten.