Glen Scotia | aged 12 years | Icons of Campbeltown No. 3
Single Malt Scotch Whisky
51,7%vol. | bottled 2025 | Icons of Campbeltown - Release No. 3: The Wulfer
un-chillfiltered
chillfiltered
natural colour
coloured
un-peated
lightly peated
cask strength
Single Cask
Die Icons of Campbeltown Serie von Glen Scotia ist von Motiven des Campbeltown Cross inspiriert, einem keltischen Kreuz, das um das Jahr 1380 entstanden sein könnte. Eine der Abbildungen ist der Wulfer, ein Kreatur, die halb Wolf, halb Mensch ist und am Rand von Campbeltown gelebt haben soll. Tagsüber fing der Wulfer einsam Fische, die er bei Nacht vor die Türen der Bedürftigen legte.
Die Abfüllung ist 12 Jahre alt, nicht getorft und wurde in 1st Fill Tawny Port Fässern gefinisht. Entsprechend hat die goldene Farbe einen leicht rötlichen Einschlag.
Nosing
Im Nosing kommt der Port mit Aromen von getrockneten Walderdbeeren, ein paar schwarzen Johannisbeeren, vielleicht auch etwas Brombeere. Dazu kommen trockene Eichenblätter, etwas Heckenschnitt. Im Hintergrund hat er auch eine leicht salzig-mineralische Note und frisches Menthol.
Taste
Im Mund ist der Whisky recht herb, es kommt eher würzige Eiche, sicherlich auch europäische Eiche. Da ist wenig Süße, eher voll durchgegorener Fruchtwein. Die Aromen sind mehr auf der würzigen Seite mit ein paar trockenen Kräutern, Eiche und etwas Nelke. Im Hintergrund ist auch ein leicht schmutziger Schwefelhauch.
Finish
Der Whisky ist trocken, hat eine leicht pfeffrige Note vom Alkohol und etwas Eiche am Gaumen.
Conclusion
Mmh, mir sind die Aromen am Ende etwas zu scharf und rough, was vielleicht auch zur starken Spreizung der Bewertungen in der Base führt. Der Whisky hat eine Unsauberkeit, die nicht vom Campbeltown Style herrührt, sondern eher aus den Port-Fässern kommt.. Schade, ich hatte hier wesentlich mehr erwartet.
Glen Scotia Distillery
founded: 1832 | Region: Campbeltown
Owner: Loch Lomond Group (Hillhouse Capital)
Capacity: 800.000 LPA
LPA: Litres of Pure Alcohol
Quelle: Ingvar Ronde, Malt Whisky Yearbook 2026
Drei Distilleries sind von den 1825 etwa 30 Brennereien übriggeblieben. Auch wenn vor allem Springbank gehypt wird – Glen Scotia hat sich in den letzten Jahren zu einem echten Tipp entwickelt. Die Brennerei veröffentlicht interessante Sonderabfüllungen, hat aber auch eine gute Core Range. Wenn man nun noch konsequent auf Färbung und Kühlfilterung verzichten würde – was bei vielen der Abfüllungen schon der Fall ist – wäre Glen Scotia eine der Top Distilleries in Schottland.
Aktuell gehört die Brennerei zur Loch Lomond Group, die wiederum der chinesischen (Hongkong) Kapitalgesellschaft Hillhouse Capital gehört.