Glen Scotia | 2002 - 2019 | Vintage Release No. 2

46,0%vol. | Refill Hogshead | „Crosshill Loch“

un-chillfiltered

chillfiltered

natural colour

coloured

un-peated

peated

cask strength

Single Cask

Ein 17jähriger Glen Scotia, im Bourbon Hogshead gereift, 2019 abgefüllt. Von den 1500 Flaschen sind auch im Juli 2022 noch immer einige in den Online-Shops erhältlich. Für 17 Jahre Reifung ist die Farbe sehr hell. Das deutet auf klassische Refill-Hogshead-Reifung hin. Die Frage ist, wieviel Kraft hatten die Fässer und kann sich die Campbeltown-Note durchsetzen?

Nosing

Im Nosing ist es nicht so einfach: Die Fässer waren nicht mehr sehr frisch, das macht die Aromen nicht alt und müde, sondern ziemlich rigide und karg. Vanille und Frucht – aber nicht laut und jubilierend, sondern zurückhaltend und versteckt. Eine ferne Kräuterkomponente unterstreicht, dass es hier nicht um junge, Aromen geht, die Zeit hat Einfluss hinterlassen. Es ist ein karger Whisky, der nicht direkt überzeugt – aber auch nicht abschreckt.

Taste

Auch im Geschmack bleibt dieser Whisky, karg und rigide. Ich würde ihn als klassischen bourbon-gereiften Whisky einordnen. Und leider fehlt die Campbelton-Charakteristik weitgehend. Rauch hat er nicht – zumindest finde ich ihn nicht.

Finish

Herbe Kräuter-Aromen, etwas Holz – aber wirklich nachhaltig ist er trotz der 17 Jahre nicht. Und wo ist Campbeltown?

Conclusion

Wirklich gut waren die Fässer nicht mehr – schlecht aber auch nicht. Es ist eine Hogshead-Aromatik vorhanden, sie entfaltet sich aber nicht wirklich. Es ist wie ein indifferenter schottischer Tag, die Sonne kommte nicht raus, die Wolken ziehen umher, es regnet aber auch nicht. Trotzdem ist das Licht gedämpft und es gelingen nicht mal Fotos von einem beeindruckend grauen Himmel. Der Whisky ist nicht schlecht – aber so richtig weiß ich auch nicht, warum ich ihn kaufen sollte.

Kilmartin, Argyll and Bute | © Klaus Bölling, www.boelling.de

Glen Scotia Distillery

foundet: 1832 | Region:  Campbeltown
Owner: Loch Lomond Group (Hillhouse Capital)
Capacity: 800.000 litres

Quelle: Ingvar Ronde, Malt Whisky Yearbook 2022

Drei Distillerys sind von den 1825 etwa 30 Brennereien übriggeblieben. Auch wenn vor allem Springbank gehypt wird – Glen Scotia hat sich in den letzten Jahren zu einem echten Tipp entwickelt. Noch sind die Whiskys bezahlbar und verfügbar. Aber sie geraten leider immer mehr in den Fokus.

Aktuell gehört die Brennerei zur Loch Lomond Group, die wiederum der chinesischen (Hongkong) Kapitalgesellschaft Hillhouse Capital gehört.