Glen Scotia | Single Cask Selection Spring 2021 | 2012 - 2021

1st Fill Ruby Port Hogshead | 55,6%vol. | The Glen Scotia Classic Series

un-chillfiltered

chillfiltered

natural colour

coloured

un-peated

peated

cask strength

Single Cask

Campbeltown ist die kleinste schottische Whisky-Region, steht aber gerade vor einem Boom mit einer Verdopplung der Zahl der Brennereien. Zeit für ein Special mit der Campbeltown Week und der Frage, was es mit dem Campbeltown Funk auf sich hat.

Aus der Reihe der Glen Scotia Einzelfassabfüllungen ein Ruby Port Finish aus dem Frühjahr 2021 . Farbe hell-rötliches Gold. Der Whisky ist gerade mal 8 Jahre alt. Auch ein Jahr nach dem Erscheinen sind noch einige der 301 Flaschen für um die 70 € erhältlich. Glen Scotia hat hervorragende Ausgaben, z. B. ein Ruby Port Finish zum Campbeltown Maltsfestival 2018, das allerdings getorft war. Dieser Glen Scotia ist unpeated und es gibt in der Range auch Ausreißer nach unten …

Nosing

Der erste Eindruck an der Nase ist eine dominante Süße mit etwas Vanille und gedünsteten Früchten, Äpfeln, Birnen. Dann kommt alkoholische Frische und die leichte Säure von hellen Pflaumen, Mirabellen. Dahinter liegt dann eine Weinnote, die an den Geruch eines feuchten Weinkellers erinnert. Der Whisky bleibt auf der hellfruchtig süßen Seite, es kommen keine dunklen Noten und nur wenig Holz, keine Bitterkeit im Aroma. Vielleicht etwas gesüßter, aromatisierter Tabak im Hintergrund. Der Campbeltown Funk ist hier nicht so typisch identifizierbar.

Taste

Im Geschmack süße Pflaumen und weißer Pfirsich, dann Bitterkeit, Vanille und Alkohol, wieder der aromatisierte Tabak. Eine etwas ungeordnete Aromatik. Startet süß und endet trocken am Gaumen. Die Aromen wirken etwas zu aufgesetzt, der Alkohol noch nicht wirklich gut eingebunden. Mit Wasser werden die Aromen zu dünn und verfliegen, es bleibt die etwas künstlich anmutende Vanille.

Finish

Im Nachklang bleiben Bitterkeit und etwas Vanille, die Fruchtaromen sind zu schnell verflogen, am nachhaltigsten bleiben Pflaume und Pfirsich mit Vanille – es sind aber eher künstliche Aromen. Das Finish ist adstringierend.

Conclusion

Der Whisky ist nicht wirklich reif und rund sondern startet mit einem zu wilden Aromen-Potpourri, dass sich aber nicht in eine nachhaltige Komplexität wandelt. Fruchtnektar mit aromatisiertem Pfeifentabak – nur halb-lecker … Vielleicht hätte das Ganze mit einem rauchigen Glen Scotia besser funktioniert, denn von dem sehr leckeren Malts Festival Ruby Port Finish aus 2018 hat er leider nichts. Und leider lässt er auch die klassische Campbeltown-Note vermissen. Der hätte etwas mehr Mühe verdient.

Nebelhorn, Mull of Kintyre | © Klaus Bölling, www.boelling.de

Glen Scotia Distillery

foundet: 1832 | Region:  Campbeltown
Owner: Loch Lomond Group (Hillhouse Capital)
Capacity: 800.000 litres

Quelle: Ingvar Ronde, Malt Whisky Yearbook 2022

Drei Distillerys sind von den 1825 etwa 30 Brennereien übriggeblieben. Auch wenn vor allem Springbank gehypt wird – Glen Scotia hat sich in den letzten Jahren zu einem echten Tipp entwickelt. Noch sind die Whiskys bezahlbar und verfügbar. Aber sie geraten leider immer mehr in den Fokus.

Aktuell gehört die Brennerei zur Loch Lomond Group, die wiederum der chinesischen (Hongkong) Kapitalgesellschaft Hillhouse Capital gehört.