Laphroaig | aged 15 years​

Single Malt Scotch Whisky

46,0%vol. | bottled 2026 | ex-Bourbon Casks

un-chillfiltered

chillfiltered

natural colour

coloured

un-peated

peated

cask strength

Single Cask

Irgendwie sind die Zeiten anstrengend für die Distilleries. Da kommen permanent neue Brennereien auf den Markt, der eher schrumpft. Da gibt es Generationen, die angeblich keinen Alkohol trinken. Das trifft natürlich auch unser aller Lieblingsinsel Islay. Die beiden Brown Forman Distilleries Laphroaig und Bowmore haben ihre Produktionsteam zusammengelegt und damit sicherlich die Produktionsmenge gesenkt. Und dann hauen sie erst eine neue 12jährige Abfüllung heraus, ungefärbt und nicht kühlgefiltert. Bei Laphroaig, die aus Trotz auch das Trinkwasser gefärbt hatten (Scherz). Und nun einen 15jährigen, ungefärbt, nicht kühlgefiltert. Selbst zum 200jährigen Jubiläum 2015 hatten sie die Fans ihre volle Verachtung spüren lassen und ihnen den 15jährigen als gefärbte und kühlgefilterte Schorle mit 43%vol, vorgesetzt. Zum Jubiläum! Und nun kommt er einfach so genau so, wie ihn die Nerds schon immer wollten. Der Industrie geht es also wirklich schlecht, wenn sie sich herablässt, die Wünsche der Kunden zu erfüllen. Aber genug Hohn und Spott: Ich freue mich genau auf diesen Whisky, der nach dem 12er der nächste Laphroaig ist, der genau so in die Flasche kommt, wie ich es mir wünsche: integer und ohne Bullshit.

Nosing

Sicherlich ist Laphroaig einer der Whiskys mit dem auffälligsten Rauch. Der ist auch hier präsent, ist medizinisch, maritim und gar nicht so schlimm, wie immer behauptet (was aber schon immer meine Meinung ist). Es ist ein eigenständiger Islay-Rauch mit mehr Spülsaum als Krankenhaus. Der Rauch wird unterfüttert durch eine schöne Vanillecreme mit echter Vanille – was ja etwas schizophren ist, da es in Wirklichkeit ja tatsächlich Vanillin ist. Es ist hier aber nicht bitter, sondern cremig und süß. Dazu kommt weißer Pfirsich, gelbe Pflaume, etwas Ananas. Ist da auch Kokos? Maybe …

Taste

Vielleicht ist es nicht das, was einem zunächst einfallen sollte, wenn ein Laphroaig im Glas ist – aber der Whisky hat tatsächlich eine gewisse Eleganz. Klar ist der Rauch im Vordergrund und für viele, deren Motto nicht Peat, Whisky and the Sea ist, ein Ausschlusskriterium. Aber genau das ist mein Motto – und der Laphroaig 15 ist genau der passende Whisky. Da ist der Strand an der South Coast mit Algen, Kelp und mineralischen Steinen, die von der Sonne erhitzt werden. Der Rauch ist stark, darunter kommt die Vanillecreme mit hellen Früchten und einem Hauch Mango, etwas Ananas und maybe Kokos.

Finish

Der Nachklang hat durchaus malzige Noten, da ist dunkel gerösteter Malzkaffee, vielleicht auch etwas angebrannt. Das wird mit einem Blättchen herber Schokolade gemildert.

Conclusion

Ich mag diesen Whisky sehr. Viele der gehypten Laphroaig haben am Ende zu aufgesetzte Aromen. Das ist beim etwas überschätzten Triple Cask so, aber auch der 10jährige mit Sherry Oak Finish ist sehr fassbetont. Hier bringen die Bourbon-Fässer gute Aromen. Vielleicht muss ich ihn mal im Vergleich zum 12jährigen verkosten. Sie sind jedenfalls auf der gleichen Schiene. Vielleicht bringen die drei Jahre mehr doch auch noch einen Hauch Tiefe und Komplexität. Dieser Whisky ist lecker, er ist integer, hat ein Age Statement und verzichtet auf Geschichten, die fehlende Qualität kompensieren müssen. Hätte man auch vor der Krise machen können – aber da waren die Nerds der Distillery eher egal. Und machen wir uns keine unnötigen Hoffnungen – wenn es ihnen wieder besser geht, kehren sie dorthin zurück. Aber bis dahin freue ich mich auf diese Abfüllung.

Laphroaig Distillery, Spirit Safe | © Klaus Bölling, www.boelling.de

Laphroaig Distillery

founded: 1815 | Region: Islay
Owner: Suntory Global Spirits
Capacity: 3.300.000 LPA

LPA: Litres of Pure Alcohol

Quelle: Ingvar Ronde, Malt Whisky Yearbook 2026

Laphroaig ist eine der klassischen Islay Distilleries. Auch wenn aktuell massig neue Brennereien auf Islay gegründet werden – Laphroaig bleibt einzigartig. Der Rauch dieser Brennerei ist krasser, hat stärkere maritime Einflüsse und eine medizinische Komponente.

Laphroaig gehört zu den wenigen Destillen, die noch einen Teil ihres Malzes, etwa 20%, selbst herstellen und mit eigenem Torf trocknen. So sieht man hier auch regelmäßig den Kiln qualmen. Das restliche Malz wird bei Simpsons auf dem Mainland mit angeliefertem Islay Peat hergestellt.

King Charles III ist einer der Fans dieser Destille, was irgendwie gut passt. Vor der Krönung war er der legitime Nachfahre der Lords of the Isles (das ist jetzt als neuer Thronfolger Prince William), die ihren Sitz auf Islay hatten. Und somit ist Laphroaig vielleicht ‚der Islay Malt‘ – auch wenn andere mehr Publicity machen.

2024 hat Laphroaig den Bauantrag für eine umfangreiche Erweiterung der Distillery gestellt. Diese liegt allerdings zunächst auf Eis.