Glen Scotia | 2011 - 2025 | Campbeltown Saga Release No. 1

Single Malt Scotch Whisky

50,0%vol. | bottled 2025 | 1st fill Bourbon Barrels | Campbeltown Saga - Release No. 1: Whiskyopolis

un-chillfiltered

chillfiltered

natural colour

coloured

un-peated

medium peated

cask strength

Single Cask

Fünfter Tag Campbeltown Malts Festival 2026, morgen geht es hinüber zur Isle of Islay. Also endet das Festival mit einem weiteren medium peated Glen Scotia. Glen Scotia brennt nur sechs Wochen im Jahr peated Spirit, dabei passt der Rauch doch sehr gut zum Glen Scotia Charakter.

Die Campbeltown Saga ist eine neue Serie von Glen Scotia, die sich irgendwie auf die Geschichte der alten Whiskymetropole bezieht, auf der Packung aber auch Motive zeigt, die eher Steampunk sind. Es ist aber eine interessante Abfüllung, ca. 14 Jahre alt, medium peated aus 1st Fill Bourbon Barrels, die eine schöne goldene Farbe hinterlassen haben. Im Frühjahr 2026 ist der Whisky für etwa 70 – 75 € erhältlich, was ein ganz interessanter Preis ist.

Nosing

In der Nase ist der Rauch gut spürbar, ist aber auch nicht zu kräftig. Mit der Zeit im Glas entwickelt er sich auch in die Richtung Campbeltown Funk. Dazu kommen würzige Akzente mit Kräutern und Früchten. Da sind Birnen, auch unreife, es sind auch ein paar tropische Früchte vorhanden, getrocknete Ananas. Und natürlich der Rauch mit einer schmutzigen Komponente.

Taste

Der Alkohol ist mit den 50%vol. gut eingebunden. Auch geschmacklich ist der Whisky auf der rauchigen Seite mit leicht funkigen Räucheraromen. Diese entfalten sich auf einer Basis aus cremiger Vanille mit Fruchtaspekten. Der Whisky ist auch malzig, hat eine gewisse Süße, vielleicht ist da auch etwas Kakao und ein wenig Holz.

Finish

Im Nachklang bleibt am Gaumen der Rauch, der Campbeltown Funk.

Conclusion

Das ist ein klassischer Campbeltown Whisky, von daher passt der Bezug zur Whiskygeschichte der Stadt sehr gut. Es ist auf jeden Fall mal wieder ein Glen Scotia mit einer deutlichen Rauchnote und den funkigen Aspekten von Campbeltown, die gut eingebunden sind und durch das Alter des Whiskys eine gute Reife haben. Damit ist er den eher zu jungen Abfüllungen, die Glen Scotia in den letzten Jahren zum Campbeltown Malts Festival herausgebracht hat, doch überlegen.

Machrihanish, Campbeltown, Kintyre | © Klaus Bölling, www.boelling.de

Glen Scotia Distillery

founded: 1832 | Region:  Campbeltown
Owner: Loch Lomond Group (Hillhouse Capital)
Capacity: 800.000 LPA

LPA: Litres of Pure Alcohol

Quelle: Ingvar Ronde, Malt Whisky Yearbook 2026

Drei Distilleries sind von den 1825 etwa 30 Brennereien übriggeblieben. Auch wenn vor allem Springbank gehypt wird – Glen Scotia hat sich in den letzten Jahren zu einem echten Tipp entwickelt. Die Brennerei veröffentlicht interessante Sonderabfüllungen, hat aber auch eine gute Core Range. Wenn man nun noch konsequent auf Färbung und Kühlfilterung verzichten würde – was bei vielen der Abfüllungen schon der Fall ist – wäre Glen Scotia eine der Top Distilleries in Schottland.

Aktuell gehört die Brennerei zur Loch Lomond Group, die wiederum der chinesischen (Hongkong) Kapitalgesellschaft Hillhouse Capital gehört.