Glen Scotia | aged 7 years | Campbeltown Malts Festival 2026

Single Malt Scotch Whisky

53,9%vol. | bottled 2026 | Medium Peated Ruby Port Cask Finish

un-chillfiltered

chillfiltered

natural colour

coloured

un-peated

medium peated

cask strength

Single Cask

Vierter Tag Campbeltown Malts Festival 2026, es geht hinüber auf die andere Seite der Stadt zur Glen Scotia Distillery, die in jedem Jahr eine gut verfügbare Festivalabfüllung auf den Markt bringt.

In diesem Jahr ist das ein 7jähriger medium peated Whisky mit sechsmonatigem Ruby Port Finish. Das ist die bisher jüngste Ausgabe der jährlichen Festival-Abfüllungen. Immerhin, der Preis liegt unter 70 €. Andererseits: 2020 gab es für den gleichen Preis einen doppelt so alten Glen Scotia mit Tawny Port Finish. In den letzten Jahren hatte ich die Abfüllungen blind gekauft und das eigentlich auch nicht bereut. In diesem Jahr muss zunächst ein Sample reichen. Die Farbe hat einen schönen rötlichen Einschlag.

Nosing

In der Nase kommt der Rauch mit süßen Räucheraromen und maritimer Note. Der Whisky ist rotfruchtig mit roten Äpfeln, Himbeeren und Erdbeersirup. Der Alkohol ist in der Nase nicht auffällig, hat eine leicht kühlende Mentholnote. Eine leicht metallische Note ist auch wahrnehmbar. Mit Wasser kommt eine Basis aus cremiger Vanille, die Frucht tendiert zu rotem Weingummi.

Taste

Im Mund ist der Alkohol sehr kräftig und bleibt auch mit Wasser deutlich. Der Whisky ist süß, was durch den Rauch eingepflegt wird. Da ist rauchiger Erdbeerkompott, da ist das rote Weingummi. Das alles entfaltet sich auf der Basis süßer Vanillecreme. Zum Glück ist es eine Weinreifung, bei der ich keine störenden Schwefelnoten spüre.

Finish

Im Nachklang bleibt zunächst etwas Schärfe vom Alkohol, dann haftet die rauchige Erdbeermarmelade am Gaumen. Etwas metallische Bitterkeit bleibt ebenfalls. Insgesamt ist der Nachklang nicht sehr nachhaltig.

Conclusion

Der Whisky ist zu jung. Er ist süß, rauchig, gut trinkbar, einfach. Das ist lecker – aber es ist keine würdige Festivalabfüllung. Die Aromen sind nicht schlecht, sie sind aber noch nicht gut miteinander verwoben. Der Rauch gibt etwas Struktur und vermittelt Tiefe. Das alles ist aber nicht wirklich nachhaltig und komplex. Schade, das ist die erste Festivalabfüllung seit ich mich ernsthaft mit Whisky beschäftige, die ich nicht kaufen werde. Und das, obwohl die Verpackung ein wunderbares Blau hat. Schade.
Machrihanish, Campbeltown, Kintyre | © Klaus Bölling, www.boelling.de

Glen Scotia Distillery

founded: 1832 | Region:  Campbeltown
Owner: Loch Lomond Group (Hillhouse Capital)
Capacity: 800.000 LPA

LPA: Litres of Pure Alcohol

Quelle: Ingvar Ronde, Malt Whisky Yearbook 2026

Drei Distilleries sind von den 1825 etwa 30 Brennereien übriggeblieben. Auch wenn vor allem Springbank gehypt wird – Glen Scotia hat sich in den letzten Jahren zu einem echten Tipp entwickelt. Die Brennerei veröffentlicht interessante Sonderabfüllungen, hat aber auch eine gute Core Range. Wenn man nun noch konsequent auf Färbung und Kühlfilterung verzichten würde – was bei vielen der Abfüllungen schon der Fall ist – wäre Glen Scotia eine der Top Distilleries in Schottland.

Aktuell gehört die Brennerei zur Loch Lomond Group, die wiederum der chinesischen (Hongkong) Kapitalgesellschaft Hillhouse Capital gehört.