Glen Scotia | aged 11 years | Society Edition 2025

Single Malt Scotch Whisky

54,1%vol. | bottled 2025 | PX und Oloroso Finish + 1st Fill Bourbon | bottled for Germany

un-chillfiltered

chillfiltered

natural colour

coloured

un-peated

lightly peated

cask strength

Single Cask

Dies ist die Glen Scotia Society Edition 2025 – auch wenn ich nicht herausfinden konnte, was die Glen Scotia Society eigentlich ist. Der Whisky ist Anfang 2026 in vielen Shops ab 65 € erhältlich. Die Abfüllung ist speziell für den deutschen Markt und sie ist nicht kühlgefiltert und nicht gefärbt. Außerdem ist angegeben, dass der Whisky ungetorft ist, was ich ja eigentlich immer etwas schade finde.

Nosing

Im Nosing kommen helle Früchte mit rauen Schalen, Kräuterbonbons mit Menthol, dazu auch vergorenes Obst und leicht angegammelt Orangen (hört sich blöd an, passt aber und ist nicht unangenehm). Und dann ist da auch der typische Campbeltown Funk mit den Spülsaumnoten vom Campbeltown Loch. Als Basis ist auch eine Vanillenote vorhanden. Insgesamt also Vanillepudding mit Fruchtkompott und Hustenbollchen an einem feuchten Herbsttag am Campbeltown Loch.

Taste

Der Alkohol schiebt kräftig, der Whisky braucht einen Spritzer Wasser. Der tut gut, fördert die Cremigkeit, jetzt kommt auch Karamell, die Orangenschale ist vorhanden, auch das Kräuterbonbon. Die Sherrynoten sind da, drängen aber nicht in den Vordergrund, die Basis bleibt Vanille, dazu auch etwas Holz. Und dann kommt auch der Funk und gibt dem Whisky den besonderen Campbeltown Charakter.

Finish

Der Whisky startet mit Süße, wird dann trockener, auch durch den Alkohol. Am Ende bleibt im Nachklang eine angenehme Note von Karamell mit Schokolade am Gaumen, die Trockenheit lässt nach und es entfaltet sich der Spülsaum, der Funk – oder eleganter ausgedrückt die Schokolade mit Salzkaramell und frischem Kelp.

Conclusion

Manchmal vermisse ich den Campbeltown Funk bei den Abfüllungen – hier kommt er meiner Meinung nach gut zum Tragen, was ich feiere. Das ist ein echter Campbeltown Whisky mit den Aromen der West Coast. Der Sherry gibt ihm einen Touch Süße und Tiefe, insgesamt dominieren eher die Bourbon Casks mit ihrer Vanille und am Ende ist da der Funk. Ein wunderbarer Whisky, bei dem es entgegen meiner anfänglichen Befürchtung gar nicht schade ist, dass er keinen Torf hat. Er hat den Funk, darauf kommt es an.

Glen Scotia Distillery, Campbeltown | © Klaus Bölling, www.boelling.de

Glen Scotia Distillery

founded: 1832 | Region:  Campbeltown
Owner: Loch Lomond Group (Hillhouse Capital)
Capacity: 800.000 LPA

LPA: Litres of Pure Alcohol

Quelle: Ingvar Ronde, Malt Whisky Yearbook 2026

Drei Distilleries sind von den 1825 etwa 30 Brennereien übriggeblieben. Auch wenn vor allem Springbank gehypt wird – Glen Scotia hat sich in den letzten Jahren zu einem echten Tipp entwickelt. Die Brennerei veröffentlicht interessante Sonderabfüllungen, hat aber auch eine gute Core Range. Wenn man nun noch konsequent auf Färbung und Kühlfilterung verzichten würde – was bei vielen der Abfüllungen schon der Fall ist – wäre Glen Scotia eine der Top Distilleries in Schottland.

Aktuell gehört die Brennerei zur Loch Lomond Group, die wiederum der chinesischen (Hongkong) Kapitalgesellschaft Hillhouse Capital gehört.