Blair Athol | 2008 - 2021 | Signatory Cask Strength Collection

Refill Hogsheads, finished in fresh Sherry Butt for 26 months | 54,5%vol. | aged 13 years

un-chillfiltered

chillfiltered

natural colour

coloured

un-peated

peated

cask strength

Signatory Vintage ist ein unabhängiger Abfüller, der bei anderen Distilleries New Make aufkauft und in eigenen Fässern in den Lagerhäusern bei der Edradour Distillery einlagert. Daher sieht man oft Abfüllungen, die am gleichen Tag destilliert aber an verschiedenen Daten abgefüllt wurden. Dies ist ein am 24. April 2008 destillierter Blair Athol, der nach initialer Refill Hogshead Reifung in ein Sherry Butt umgefüllt wurde. Es gibt im Signatory Repertoire etliche am gleichen Tag destillierte Blair Athols mit ähnlicher Reifung. In der ‚Blumenvase‘ kosten sie ab 115 € aufwärts, in der Standard Bottle um die 90 €. Und alles sind dunkle ‚Sherry-Suppen‘. Dieser ist ein satt kupferfarbener Sherry-Whisky, preislich mit ca. 115 € sehr ambitioniert für einen knapp 13jährigen Blair Athol. Fresh Sherry Butt Finish für 26 Monate ist bei Signatory inzwischen fast eine Drohung für ordentlich Sherry-Sirup im Fass.

Diese Notes gelten auch für den im Februar 2021 ebenfalls in der Cask Strength Collection abgefüllten Blair Athol, der am gleichen Tag destilliert wurde.

Nosing

In der Nase Sherry mit kräftiger Beeren-Konfitüre mit Erdbeeren und dunklen, süßen Kirschen. Das befürchtete Sirup ist präsent, es kommen aber auch Holztöne, die für herbe Noten sorgen. Leichte Tabak- und Gewürznoten, etwas Zimt.

Insgesamt ist das Aroma im Nosing aber nicht differenziert. Fruchtigkeit ist vorhanden, es kommen auch Orangennoten – das alles ist aber etwas over the top, es fehlt die Eleganz, die ein gut gereifter Blair Athol entfalten kann.

Taste

In der Nase Sherry mit kräftiger Beeren-Konfitüre mit Erdbeeren und dunklen, süßen Kirschen. Das befürchtete Sirup ist präsent, es kommen aber auch Holztöne, die für herbe Noten sorgen. Leichte Tabak- und Gewürznoten, etwas Zimt.

Insgesamt ist das Aroma im Nosing aber nicht differenziert. Fruchtigkeit ist vorhanden, es kommen auch Orangennoten – das alles ist aber etwas over the top, es fehlt die Eleganz, die ein gut gereifter Blair Athol entfalten kann.

Finish

Die Holznoten verfliegen schnell und es bleibt nach der Nougatcreme wenig haften. Auch das Holz erweckte keinen nachhaltigen Eindruck und die Sherry-Aromen sind zu oberflächlich, um länger am Gaumen zu haften.

Conclusion

Das ist ein leckerer Trinkwhisky, der in eine normale Flasche gefüllt und mit 70 – 80 € bepreist akzeptabel wäre. Mehr bietet er aber nicht. Diese Review gilt für zwei Decanter-Abfüllungen, aus dem Jahr 2021, die eine am 15. Februar, die andere am 24. April in die Flasche gefüllt. Beide sind sich swehjr ähnlich in ihrem Grundcharakter.

Beides sind leckere Whiskys, die sich gut trinken lassen – aber beides sind keine besonderen Whiskys. Dazu verleiht das finale Sherry-Finish zu wenig Eleganz und Komplexität. Es ist nicht so brutal wie bei anderen Signatory-Abfüllungen – es ist aber auch nicht so filigran und ausbalanciert, dass der Preis gerechtfertig wäre. So ist der Decanter bei beiden Abfüllungen überkanditelt und erfüllt die Erwartungen nicht. Schade …

Pitlochry | © Klaus Bölling, www.boelling.de

Blair Athol Distillery

foundet: 1798 | Region: Highlands
Owner: Diageo
Capacity: 2.800.000 litres

Quelle: Ingvar Ronde, Malt Whisky Yearbook 2022

Blair Athol ist eine der meistbesuchten Distillerys in Schottland, was auch an der guten Lage in dem hübschen Highland-Örtchen Pitlochry an der Hauptverkehrsader A 9 liegt.

Der überwiegende Teil der Produktion geht in die Diageo Blends, hier vor allem den Bell’s. Zum Glück gibt es die typischen Highland Whiskys der Distillery inzwischen häufig bei unabhängigen Abfüllern. Diageo selbst bietet leider nur eine 12jährige Flora & Fauna Abfüllung, die gefärbt und kühlgefiltert ist. Das ist eine massive Missachtung dieser tollen Brennerei, die hervorragende Whiskys produzieren kann.

Signatory Vintage

Der unabhängige Abfüller wurde 1988 von Andrew Symington gegründet. Ursprünglich sollten berühmte Persönlichkeiten die Abfüllungen unterzeichnen (Signatory), was aber wohl nie stattfand.

2002 übernahm Andrew Symington die Edradour Distillery von Pernod Ricard. Dort lagern heute auch viele der Signatory Fässer.