Glenallachie | Cuvée Cask Finish | 2009 - 2021

56,1%vol. | American Oak Barrel, Sherry, Rioja Barrique

un-chillfiltered

chillfiltered

natural colour

coloured

un-peated

peated

cask strength

Single Cask

Billy Walker versteht es, aus vorhandenen Whiskybeständen großartige Neuerscheinungen zu kreieren. Bei Glenallachie ist noch kein Tropfen des von ihm verantworteten neuen Destillats erschienen und doch hat sich die Distillery seit der Übernahme durch ihn und seine Partner einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Er schafft es, aus den davor unauffälligen Blendfillern von Pernod Ricard immer wieder hervorragende Whiskys zu schaffen, in dem er sie in guten Fässern finisht. Dieses Cuvée Cask enthält Whiskys aus American Oak, die in Rioja Barriques gefinisht wurden und in Sherryfässern ausgebaute Whiskys. Der spanische Rotwein gibt dem Whisky einen dunkel-rötlichen Goldton.

Nosing

In der Nase sind eine vergorene Weinnote, Fruchtcocktail mit Dosenpfirsichen neben einer frisch geöffneten Tüte Weingummi, dazu Milchschokolade mit Vanille spürbar. Sherry ist zunächst zurückhaltend – aber dann kommen zur Schokolade eine Handvoll gerösteter Haselnüsse und die reifen, dunklen Früchte sind auch da, Pflaumen, dunkle Kirschen. Da alles ist nicht zu süß, sondern hat auch die Nussschokolade und etwas Nougat.

Taste

Beim ersten Schluck sind es dann nicht mehr die Früchte, sondern eine kräftige Schokolade, die das Aroma bestimmt. Der Whisky hat nur wenig Süße und entwickelt sich eher trocken. Dabei ist der Alkohol kräftig ohne zu stören und im Mund bleibt die Nussschokolade, Pflaumensirup kommt, Brombeerlikör, Kirschlikör. Wein ist im Geschmack nicht dominant, sondern eher hinter und mit den anderen Aromen spürbar.

Finish

Im Nachklang kommt dann neben dem trockenen Holz aus den Wangentaschen doch noch das Aroma von Weingummi. Und auch etwas Marzipan und Schokolade sind dabei. Der Eindruck bleibt einige Zeit im Mund präsent akls zarter Geschmack am Gaumen und in den Wangen.

Conclusion

Insgesamt ist der Whisky eher fassbetont, Sherry und Rioja sind mit ihren Fruchtnoten weniger Einzelkomponenten, bestimmen aber den Charakter des Holzes, das nicht bitter ist, sondern rund und nussig. Der Whisky ist kräftig, der Alkohol schiebt die Aromen und etwas Wasser ist ok, muss aber nicht sein. Das alles hat durchaus die Eigenschaften eines schönen, gut komponierten Cuvées, das die einzelnen Komponenten zu etwas Neuem, Besseren zusammenfügt. Der Whisky braucht ein paar Schlucke und wird dabei immer leckerer und entwickelt Tiefe und Komplexität.

Isle of Skye, not Speyside, sorry | © Klaus Bölling, www.boelling.de

The Glenallachie Distillery

foundet: 1967 | Region: Speyside
Owner: The Glenallachie Distillers Co.
Capacity: 4.000.000 litres

Quelle: Ingvar Ronde, Malt Whisky Yearbook 2022

The Glenallachie Distillery ist eine junge Distillery, die nach der Whiskykrise 1989 von Chivas/Pernod Ricard übernommen und reaktiviert wurde. Die Whiskys wanderten vor allem in Blends.

Die Whiskynerds wurden 2017 auf die Distillery aufmerksam, als sie von einem Konsortium um den legendären Billy Walker übernommen wurde, nachdem er Glendronach und Co. an Brown Forman verkauft hatte (oder dies auf Druck seiner mitinvestoren tun musste …).

Billy Walker ist der Held der Wood Finishes – und das lebt er auch bei Glenallachie aus, in dem er die übernommenen Fässer mit besonderen Finishes aufwertet.

Und jetzt sind alle auf den ersten neuen Billy-Walker-Glenallachie gespannt …