Kilchoman | 2016 - 2021 | Madeira Cask Matured

bottled 2021 | 50,0%vol.

un-chillfiltered

chillfiltered

natural colour

coloured

un-peated

peated

cask strength

Single Cask

Fèis Ìle, sechster Tag: Kilchoman ist seit 2005 die achte aktive Islay Distillery. Bald wird es erste Whiskys von Ardnahoe geben, dann gehört Kilchoman zu den etablierten Vertretern der Insel. Kilchoman hat einen wunderbaren Islay-Style mit kräftigem Rauch – aber Kilchoman hat es in den mehr als 15 Jahren nicht geschafft, eine Range an gereiften Whiskys aufzubauen. Und so erscheint eine Sonderabfüllung nach der anderen und keine ist gereift. Wenn es ältere Whiskys gibt, sind sie gänzlich unbezahlbar. Auch dieser Whisky ist höchstens fünf Jahre alt, kostet aber über 90 Euro, obwohl 17.000 Flaschen abgefüllt wurden. Das ist unverschämt.

Nosing

Rauchige Whiskys haben einen unschlagbaren Vorteil: Der Rauch überlagert die jungen Aromen und somit funktionieren diese Whiskys auch ohne anständige Reifung. Gibt man dann noch ein Starkwein-Fass zum Finish hinzu, dass die krassen Raucharomen junger Whiskys etwas einfängt und abmildert, kommt gut trinkbarer Whisky heraus. Auch hier suggeriert der Rauch Komplexität und die Weintöne geben im Hintergrund süße und milde Fruchtigkeit.

Taste

Das ist Islay, wilder Rauch, kräftiger Alkohol. Der Whisky braucht trotz der 50%vol. auf jeden Fall Wasser. Der Alkohol ist prickelnd und bitter, er muss besänftigt werden. Auch das ist ein Zeichen, dass dieser Whisky nicht reif ist. Der Madeira hat eine leicht süße Weingummi-Note beigesteuert, die nett ist, unter der aber auch eine metallische Bitterkeit lauert. Die Fruchtaromen können sich nicht entfalten, haben sich wahrscheinlich auch noch gar nicht entwickelt. Der Rauch hält den Geschmack beisammen, ohne ihn wäre wenig vorhanden, was diesen Whisky auszeichnet.

Finish

Der Whisky ist fünf Jahre alt – wo soll da ein Nachklang herkommen? Natürlich bleibt der Rauch – aber wo ist das Holz, wo ist der Madeira? Versteckt blinkt auch etwas Schwefel durch, der wahrscheinlich auch durch den Rauch kaschiert wird.

Conclusion

Dieser Whisky lebt vom Rauch. Das tun andere Whiskys von Islay auch – die kosten dann 35 €. Dieser Kilchoman ist eine Frechheit, er ist unreif, er verschwendet Madeira-Fässer und er ist massiv überteuert. Mit solchen Abfüllungen rutscht Kilchoman leider nach hinten auf meiner Liste der Lieblingsdestillen.

Kilchoman Church, Isle of Islay | © Klaus Bölling, www.boelling.de

Kilchoman Distillery

foundet: 2005 | Region: Islay
Owner: Kilchoman Distillery Co. (Anthony wills)
Capacity: 650.000 litres

Quelle: Ingvar Ronde, Malt Whisky Yearbook 2022

Islay boomt – hier entstehen permanent neue Distillerien, Stand Herbst 2021ist wohl die 12te auf der kleinen Insel in Planung. Inzwischen rebellieren die Einwohner, den Infrastruktur und Wohnungsmarkt sind diesem Boom nicht gewachsen.

Als 2005 Kilchoman als kleine Farm Distillery und die einzige Islay Distillery, die nicht am Meer liegt, eröffnet wurde, war es die erste neue Distillery seit 124 Jahren und die achte aktive auf Islay.

Die Distillery auf dem Gelände der Rockside Farm produziert einen Teil ihrer Gerste selbst und mälzt auch einen Teil selbst. Der Rest wird von Port Ellen Maltings bezogen und entspricht der Ardbeg Spezifikation. Kilchoman macht also klassisch rauchigen Islay Malt.

Die Namen der Abfüllungen in der Core Range orientieren sich an benachbarten Landmarken (Machir Bay, Sanaig, Loch Gorm). Daneben gibt es jeden Menge Sonderabfüllung und spezielle Reifungen in Weinfässern.

2019 wurde die Distillery massiv erweitert  und produziert nun auf zwei zusätzlichen Stills die doppelte Menge Islay Whisky. Islay boomt …