Teeling | aged 12 years | Single Cask bottled for DrankDozijn

9 years American Oak, 3 years PX Finish | 58,4%vol.

un-chillfiltered

chillfiltered

natural colour

coloured

un-peated

peated

cask strength

Die irische Woche geht weiter – auch nach dem St. Patrick’s Day am 17. März.

Teeling – The Spirit of Dublin. Teeling ist eine der großen Familien des irischen Whiskeys, John Teeling hat mit der Eröffnung der Cooley Distillery 1987 die Renaissance des irischen Whiskkeys eingeleitet. Cooley gehört inzwischen Beam Suntory, John Teeling hat 2015 in Dundalk Great northern aufgemacht und seione Söhne Jack und Stephen ebenfalls 2015 die Teeling Distillery in Dublin – The Spirit of Dublin. Woher dieser 12jährige also auf keinen Fall stammen kann. Gehen wir also davon aus, dass es sich hier um Cooley-Whisky handelt, was ja keine schlechte Abstammung ist.

Nosing

Er ist zunächst etwas verschlossen, die Aromen bleiben im Glas, senden aber einen Hauch Sherry-Würze mit süßen Noten und trockenen Kräutern. Ein paar Tropfen Wasser helfen, der Sherry traut sich jetzt weiter aus dem Glas. Aber so richtig zündet er noch nicht …

Taste

Ok, der hat Dampf und braucht noch mal Nachschlag an Wasser, sonst brennt er zu sehr und die Aromen bleiben verdeckt. Viel weiter hilft das Wasser dann leider doch nicht. Es bleibt eine etwas gemilderte Schärfe, es kommen aber nicht mehr Aromen. Die Aromatik ist jetzt tatsächlich etwas verwässert, obwohl der Whiskey an sich noch sehr stark ist. Die drei Jahre im PX-Fass haben eine leichte Grundsüße abgegeben, insgesamt war das Fass aber wohl nicht mehr sehr aktiv. So bleiben ein paar Kräuter, es baut sich aber keine Sherry-Aromatik mit Früchten, Süße oder gar Schokolade auf.

Finish

Der Whiskey ist im Nachklang trocken und leicht adstringierend, der PX-Einfluss nicht überzeugend. Und dann lauert im Hintergrund auch noch ein Schwefelmonster, das aber zum Glück seinen Feuerhauch auch weitgehend ausgehaucht hat.

Conclusion

Das ist das Gegenteil von einem Sherry Monster, leider hat der Whiskey aus den Bourbon-Fässern zu wenig Vanille mitnehmen können, die ihm jetzt vielleicht geholfen hätte und das immerhin drei Jahre lange Sherry-Finish konnte ebenfalls keine Aromen aufbauen. So trifft der starke Alkohol auf flüchtige Restaromen, die ihm nicht standhalten. Ein ernüchternder Tropfen nach dem St. Patrick’s Day. Vielleicht geht der Stock guter Teeling-Fässer aus der Cooley Ära langsam zu Ende. Das wäre schade. Die Hoffnung liegt also auf dem wahren Spirit of Dublin und den Jahren, die da kommen.

Fanad Head, Donegal, Ireland © Klaus Bölling, www.boelling.de

Cooley Distillery

foundet: 1987 | Region: Ireland, Co. Louth
Owner: Beam Suntory
Capacity: 650.000 litres Malt Whisky | 2.6 Mio litres Grain Whiskey

Quelle: whisky.com

Bevor John Teeling die Brennerei 1985 übernahm und 1987 als Whisky Distillery eröffnete wurde hier aus Kartoffeln Industriealkohol hergestellt. Zur Zeit der Übernahme bestand die irische Whiskylandschaft nur noch aus Midleton und Bushmills. Teelings Gründung war die erste Neugründung einer irischen Distillery seit über 100 Jahren. Nach dem einbau von zwei Pot Stills konnte auf drei Column Stills und zwei Pot Stills produziert werden.

Teeling übernahm die Marke John Locke’s und die Kilbeggan Distillery. Marken von Cooley sind u. a. Connemara und Tyrconell.

2011 kaufe Beam Cooley für 95 Mio. US-Dollar, Teeling konnte einen beträchtlichen Stock Fässer mitnehmen, die seither abgefüllt werden.