A Dream of Ireland | aged 20 year

bottled 2022 | Refill Bourbon Hogshead | 47,6%vol.

un-chillfiltered

chillfiltered

natural colour

coloured

un-peated

peated

cask strength

Single Cask

Die Whisky Week: Eine Woche lang erscheinen Tastings zu einem bestimmten Thema, einer Distillery, einem Abfüller – eine Woche lang Whiskys unter einem einheitlichen Motto.

Ok, ADOS-Week – aber dies ist ein Dream of Ireland. 20 Jahre alt, aus dem Refill Bourbon Hogshead. Die Farbe ist nicht allzu dunkeles Strohgold, vielleicht war das Refill Hogshead schon mehrfach benutzt. Aber das muss bei 20 Jahren ja gar nicht schlecht sein. Offizielle Angaben zur Distillery gibt es nicht, bei alten irischen Whiskeys kann man aber oft davon ausgehen, dass sie aus den Beständen stammen, die John Teeling von Cooley mitgebracht hat.

Nosing

Im Aroma ist der Whiskey sehr fruchtig und süß. Da sind reife Äpfel, die eine leicht florale Note haben, saftige Birnen mit Kokoswasser. Die Vanille ist kräftig aber nicht herb, das ist Vanillezucker mit einem Anteil Vanillin. Die Aromen sind eher hellfruchtig, süß und floral.

Taste

Auch im Geschmack ist der Whiskey hellfruchtig und süß, der Vanillin-Zucker ist präsent, Holunderblüten-Sirup kommt hinzu. Hinter der Süße kommt dann auch Holz, das nicht alt und muffig ist, zum Kokoswasser kommen ein paar Kokosschalen. Diese herben Anteile können sich aber nicht durchsetzen, der Whiskey bleibt süß und floral.

Finish

Für einen 20 Jahre alten Whiskey ist er nicht sehr nachhaltig, die alten und tiefen Aromen fehlen. Es bleibt vor allem die Süße mit künstlicher Vanille, Holzaromen sind fast verborgen und öffnen sich nur bei intensiverem Nachschmecken.

Conclusion

Dieser Dream of Ireland ist süß und süffig, fruchtig-floral, wie man es von einem irischen Whiskey erwartet – aber eigentlich ist es nicht das, was man sich von einem 20 Jahre alten Whiskey erhofft. Ich finde nicht viel Komplexität, die Süße überwiegt, sie hat aber einen künstlichen Anteil und auch die Vanille hat Aspekte von künstlichem Aroma. Es finden sich keine primär jungen oder gar unreifen Aromen, klar – es findet sich aber auch keine komplexe Tiefe. Der Ausgabepreis liegt bei 198 € – da sind die Erwartungen natürlich höher. Dies ist ein solider Whiskey, er hat den süß-fruchtigen Bourbon-Hogshead-Charakter, er ist gut – aber das können jüngere und günstigere Abfüllungen auch.

© Klaus Bölling, www.boelling.de

Cooley Distillery

foundet: 1987 | Region: Ireland, Co. Louth
Owner: Beam Suntory
Capacity: 650.000 litres Malt Whisky | 2.6 Mio litres Grain Whiskey

Quelle: whisky.com

Bevor John Teeling die Brennerei 1985 übernahm und 1987 als Whisky Distillery eröffnete wurde hier aus Kartoffeln Industriealkohol hergestellt. Zur Zeit der Übernahme bestand die irische Whiskylandschaft nur noch aus Midleton und Bushmills. Teelings Gründung war die erste Neugründung einer irischen Distillery seit über 100 Jahren. Nach dem einbau von zwei Pot Stills konnte auf drei Column Stills und zwei Pot Stills produziert werden.

Teeling übernahm die Marke John Locke’s und die Kilbeggan Distillery. Marken von Cooley sind u. a. Connemara und Tyrconell.

2011 kaufe Beam Cooley für 95 Mio. US-Dollar, Teeling konnte einen beträchtlichen Stock Fässer mitnehmen, die seither abgefüllt werden.

Brühler Whiskyhaus

Das Brühler Whiskyhaus ist durchaus ein eigenständiger deutscher unabhängiger Abfüller. Marco Bonn hat eigene Fässer, die in Schottland lagern und die er individuell finisht und reift. Er ist also nicht nur auf Broker angewiesen, sondern kann auf eigenen Stock zurückgreifen. Das führt zu eigenständigen und interessanten Abfüllungen, die über eine verschworene Internet-Community schnell vergriffen sind und – sicherlich auch aufgrund der eigenständigen, manchmal provokativen Label – stark gehypt werden. Gute Abfüllungen!