Penderyn | A Nightmare of Wales | aged 6 years

Ruby Port Cask Finish | 56,3%vol. | bottled 2020

un-chillfiltered

chillfiltered

natural colour

coloured

un-peated

peated

cask strength

Single Cask

Die Whisky Week: Eine Woche lang erscheinen Tastings zu einem bestimmten Thema, einer Distillery, einem Abfüller – eine Woche lang Whiskys unter einem einheitlichen Motto.

Zweiter Tag der ADOS-Week und schon geht es weg von Schottland. Das Brühler Whiskyhaus hat nicht nur schottische Whiskys im Angebot. Diesmal also nicht direkt A Dream of Scotland, sondern A Nightmare of Wales zum Halloween 2020. Es ist ein im Ruby Port Cask gefinishter Whisky der hochgelobten Penderyn Distillery, 6 Jahre jung mit leicht rotgoldener Färbung.

Nosing

Im Nosing ist der Whisky frisch mit fruchtigen Aromen. Er hat aber auch deutlich junge, etwas mineralisch-hefige Aspekte, die durch Weinnoten eingebunden werden. Alt und tief ist er nicht, aber der Alkohol sticht nicht in der Nase. Die Früchte sind leicht rote, etwas säuerliche Kirschen zu denen Sommerwiesenkräuter kommen.

Taste

Im Geschmack ist der Alkohol zunächst kräftig, ein paar Tropfen Wasser sind erforderlich. Der Alkohol bleibt kräftig aber ok, es kommt Würze mit Holzaromen, Frucht bleibt im hintergrund, bestimmend ist eher eine trockene Kräutertee-Note.

Finish

Der Whisky endet leicht trocken mit einer angenehmen Holznote. Er bleibt aber nicht nachhaltig und ist bald verschwunden.

Conclusion

Insgesamt ist der Whisky noch etwas zu alkoholbetont, hier hätte eine längere Grundreifung sicherlich beschwichtigend gewirkt. Trotzdem ist er nicht direkt jugendlich, auch wenn wirklichereife fehlt. Holz und Kräuter geben eine schöne Grundaromatik – der Ruby Port könnte sich aber gerne fruchtiger entfalten. Im Finish-Fass war er lange genug, aber die initiale Reifung hätte gründlicher sein können. Alles in allem bleibt ein Fazit: Er ist noch zu jung.

© Klaus Bölling, www.boelling.de

Penderyn Distillery

foundet: 2000 | Region: Wales
Owner: Welsh Whisky Company Ltd.
Capacity: 700.000 litres

Quelle: Ingvar Ronde, Malt Whisky Yearbook 2022

Nachdem über 100 Jahre in Wales kein Whisky destilliert wurde, fanden sich 1990 in einem Pub ein paar Freunde zusammen, um dies zu ändern. Zehn Jahre später war es dann soweit und 2004 wurde im Beisein von Prince charles der erste welsh Whisky vorgestellt.

Produziert wird nicht auf Pot Stills, sondern auf einer Faraday Still, die ein Copper Pot mit einer Kolonne kombiniert und in einem Destillationslauf 92%igen Rohbrand produziert.

2021 hat die Welsh Whisky Company eine weitere Distillery eröffnet, eine dritte soll folgen. Welsh Whisky ist ein vielversprechender neuer Whisky …

Brühler Whiskyhaus

Das Brühler Whiskyhaus ist durchaus ein eigenständiger deutscher unabhängiger Abfüller. Marco Bonn hat eigene Fässer, die in Schottland lagern und die er individuell finisht und reift. Er ist also nicht nur auf Broker angewiesen, sondern kann auf eigenen Stock zurückgreifen. Das führt zu eigenständigen und interessanten Abfüllungen, die über eine verschworene Internet-Community schnell vergriffen sind und – sicherlich auch aufgrund der eigenständigen, manchmal provokativen Label – stark gehypt werden. Gute Abfüllungen!